Forschung

Forschungsprofil

Neue Informationstechnologien erlauben immer auch neue Möglichkeiten der Begehung von Straftaten, die häufig mit dem Begriff „Cyberkriminalität“ belegt werden. Im Hinblick auf die Abhängigkeit hochentwickelter Gesellschaften von (kritischen) IT-Infrastrukturen bedroht diese Kriminalität heute die Stabilität unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Die neuen Informationstechnologien eröffnen jedoch auch neue Möglichkeiten der Strafverfolgung, wie etwa automatisierte Datensammlung und –auswertung im Netz oder heimlich in IT-Systeme eingeschleuste Überwachungsprogramme (Trojaner).

Die Effektivität dieser neuen Methoden der so genannten „forensischen Informatik“ provoziert regelmäßig die Frage nach den Auswirkungen auf die Grundrechte der Betroffenen. Die Begrenzung des Rechtsraums auf Nationalstaaten schafft zusätzliche Probleme. In diesem Vorhaben haben sich etablierte Wissenschaftler aus der Informatik und den Rechtswissenschaften zusammengeschlossen, um das noch recht unscharfe Forschungsfeld Cyberkriminalität sowie Strafbarkeit und Strafverfolgung von Cyberkriminalität systematisch zu erschließen, grundlegende Zusammenhänge aufzudecken und das Gebiet insgesamt einer besseren Handhabe zugänglich zu machen.

Die Forschung im Graduiertenkolleg hat darum hier das Potential, die technisch-methodischen Standards des Umgangs mit digitalen Spuren, deren Nutzen für die Strafverfolgung sowie die nationale wie internationale Rechtsinterpretation und -gestaltung auf viele Jahre hinaus zu prägen. Gleichzeitig wirken wir in diesem Bereich dem Mangel an wissenschaftlich-methodisch geschultem Fachpersonal in Wirtschaft, Verwaltung und bei den Strafverfolgungsbehörden entgegen.

Kenndaten

  • Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft von 1.10.2019 bis 31.3.2024 (erste Förderphase) und 1.4.2024 bis 30.9.2028 (zweite Förderphase).
  • Beteiligte Fächer: Informatik, Rechtswissenschaft
  • Fördervolumen ohne Projektpauschale: 4,2 Mio. EUR (erste Förderphase) und 5,4 Mio. EUR (zweite Förderphase)
  • Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: 10 (erste Förderphase, davon 7 Informatik, 3 Rechtswissenschaft) und 12 (zweite Förderphase, davon 9 Informatik und 3 Rechtswissenschaft)
  • Geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: 10 (erste Förderphase) und 12 (zweite Förderphase), aufgeteilt in 3 Kohorten (10 von 10/2019-9/2022, 10 von 10/2022-9/2025, 12 von 10/2025-9/2028)
  • Assoziierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum 1.4.2020 (2), 1.6.2023 (11),  1.3.2024 (18)

Beispielhafte Forschungsthemen

  • Auswirkungen neuer Speichertechnologien auf die Datenträgeranalyse
  • Wirksame Selektionskriterien bei der Datenträgeranalyse
  • Formale Modellierung und Quantifizierung digitaler Spuren
  • Generisches Automatenlernen für Benutzerfingerprinting
  • Gerichtsfeste Authentizitätsprüfung von Multimediadaten
  • Viktimologie der Cyberkriminalität
  • Der IT-Sachverständige im Strafverfahren – Heuristik und Beweiswürdigung
  • Ermittlungsmöglichkeiten im Internet — revisited
  • Seitenkanalanalyse zur Detektion von Trojanern und Identifikation von Urheberschaft von IP-Blöcken und Daten
  • Anonymisierung und Deanonymisierung von (verknüpften) Daten
  • Forensische Analyse von Bitcoins

Vorträge und Veranstaltungen

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Kontakt

Wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme zu Fragestellungen rund um das Graduiertenkolleg 2475 über die Mailadresse cybercrime@fau.de